Großprojekte

Großprojekte2018-11-08T13:04:44+00:00

Elements of Homeland

Das Patchwork-Theater „Elements of Homeland“ lässt durch die Kommunikation und das Aufeinandertreffen verschiedenster Kulturen ein Spannungsfeld entstehen. Durch das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Großprojekt soll gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit und ohne Migrationshintergrund ein Zeichen für Toleranz, Integration und Vielfalt gesetzt werden. Mithilfe von Kunst-und Kulturarbeit sollen Begegnungen und Dialoge zwischen Zugewanderten und der Aufnahmegesellschaft geschaffen und positive Auswirkungen auf beiden Seiten erzielt werden. Die Leitgedanken Heimat, Flucht und Zukunft spielen bei dem aktuellen Projekt, das sich über drei Jahre hinweg erstreckt, eine große Rolle. Unter dem Namen „Elements of Homeland“ (dt. „Elemente von Heimat“) bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer (12-27 Jahren) die Chance, sich frei nach ihren jeweiligen Interessen auf kreative Art und Weise durch Kunst, Musik, Medien, Tanz und Theater mitzuteilen und auszudrücken. Gemeinsam werden z.B. Texte erstellt, Kulissen und Kostüme gestaltet, es wird sich im Songwriting und im darstellenden Spiel geübt.
Als ein weiterer wichtiger Aspekt werden alle Interessierte über das Ehrenamt und bürgerschaftliche Engagement informiert und können im Rahmen des Projektes unterschiedliche Qualifikationen in den künstlerischen Bereichen, sowie Kompetenzen in der gewaltfreien Kommunikation und der interkulturellen Kommunikation erwerben. Sie bekommen die Möglichkeit, sich gezielt weiterzubilden und selbst als Mentoren tätig zu werden.
Im Projektverlauf wird ein so genanntes „Patchwork-Theater“ (engl. patch für Flicken, „Stückwerk“) entstehen, das die in den einzelnen künstlerischen Sparten erzielten Ergebnisse zu einem großen Gesamtprojekt vereint. Als Höhepunkt des Projektes wird „Elements of Homeland“ in einer Abschlussveranstaltung der breiten Öffentlichkeit präsentiert.

 

Was verbirgt sich hinter dem Projekt „Grenzerfahrungen“?

Das Modellprojekt „Grenzerfahrungen“ wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert und stellt heraus, welche Bedeutung Grenzen haben. Es stellt die Frage, wie Grenzen auf ihren unterschiedlichen Ebenen (persönlich, gesellschaftlich, staatlich, national, international) wahrgenommen werden und welche Folgen sie haben. Es wird an insgesamt vier Standorten des Internationalen Bundes durchgeführt: Lübeck, Frankfurt (Oder), Köln und Pirmasens.
Durch pädagogisch begleitete Reisen zu geografischen Grenzen wird erlebbar, wie sich zum Beispiel nationalstaatliche Grenzen durch Nationalismus in ideologische Grenzen transformieren können.
Mit Hilfe von bewährten pädagogischen Ansätzen, neuen Medien, Kunst und Musik, wird die soziale Konstruktion von Grenzen auf ihren unterschiedlichen Ebenen, sowie auch ihre Rolle als Nährboden für Nationalismus und Radikalisierungsprozesse, erkannt und dekonstruiert.

Gegensätze begegnen uns überall, sowohl im persönlichen, als auch im politischen und kulturellen Leben. Gegensätze gestalten, erzeugen Spannung und bringen Vielfalt. Pirmasens, mit seinen rund 40.000 Einwohnern, ist wie viele andere Städte eine Stadt mit starken Gegensätzen. Es gibt überdurchschnittlich viele Millionären, ebenso wie Sozialhilfeempfänger, wie auch Menschen mit Migrations- und/oder Flüchtlingshintergrund. Eine hohe Arbeitslosenquote geht einher mit einer relativ großen Anzahl an namhaften Firmen und mittelständigen Unternehmen, die händeringend auf der Suche nach Fachkräften sind. Wenn zwischen den Gegensätzen auf Dauer ein zu großes Ungleichgewicht entsteht und sich Grenzen verhärten, können z.B. Sozialneid, Perspektivlosigkeit, sowie die Angst vor kultureller Überfremdung aufkommen und erhöhen die Affinität sich zu radikalisieren. Das Zusammentreffen vieler verschiedener individueller Menschen bringt eine Menge Möglichkeiten und Chancen mit sich, aber oftmals auch Unsicherheiten – denn anderes Denken stellt das Eigene in Frage. Diesen Unsicherheiten sollen in Pirmasens mit Hilfe des Projekts „Grenzerfahrungen“ begegnet werden. Das Projekt zielt darauf ab, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Hilfestellung in der aktuell spannungsvollen Zeit zu geben – Gegensätzen, Grenzen und Unsicherheiten positiv gegenübertreten zu können. Kunst und Kultur soll dabei als das Element genutzt werden mit dessen Hilfe wir die Themen bearbeiten und ihnen Ausdruck verleihen. Zeitgleich werden Begegnungen und Dialoge zwischen den jungen Menschen gefördert. Denn nur in der Auseinandersetzung und im Dialog mit anderen erkennen wir Gemeinsamkeiten und können einander besser verstehen.

Was?
Workshops für Schulklassen und Gruppen á 2 bis 4 Unterrichtseinheiten (UE)
Aktionen in den Bereichen Medien, Musik und Tanz
Inhalte: Über persönliche, geographische und körperliche Grenzen wird zu Themen wie Interkulturalität, Hate Speech, Diversität oder der Bearbeitung von aktuellen Geschehnissen im historischen Bezug hingeführt
Ggf. können innerhalb der Angebote künstlerisch-kreative Ergebnisse der Sparten Tanz, Theater, Bildende Kunst, Medien und/oder Musik entstehen

Wie?
Die Beteiligung und Orientierung an den Bedürfnissen der Teilnehmenden in den Angebote steht im Vordergrund
Inhalte und Methoden werden auf die jeweiligen Zielgruppen individuell abgestimmt
Gruppendynamische Übungen und künstlerisch-kreativer Output um soziales, emotionales und Erfahrungslernen ins Zentrum zu rücken

Wo?
Durchführungsorte: in den Räumlichkeiten der JugendKulturWerkstatt Pirmasens oder direkt bei den entsprechenden Kooperationspartnern
Stadt Pirmasens und Kreis Südwestpfalz

Wer?
Zielgruppe: Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12-27 Jahren, bei denen Interesse oder Bedarf an der Auseinandersetzung mit den Themen Rechtsextremismus und Grenzen besteht
Kooperationspartner: Schulen, Vereine, Träger der Jugendhilfe, Träger der Behindertenhilfe und weitere soziale Einrichtungen und Institutionen

Ansprechpartnerin: Carmen Höffner, JugendKulturWerkstatt Pirmasens, carmen.hoeffner@ib.de, Tel.: 06331/213737